Noch immer leiden Millionen von Menschen unter chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen. Doch nun haben Forscher einen neuen Abwehrmechanismus entdeckt, dessen Existenz möglicherweise neue Therapiemethoden zur Folge haben könnte. Die Entdeckung ergab sich im Laufe einer internationalen Studie, an der die Universität Bern und das Inselspital, Universitätsspital Bern, beteiligt waren. 

 

Stress wird in unserer Gesellschaft als negativ angesehen. Im Zusammenhang mit Darmentzündungen zeigt sich jedoch, dass Stress neben negativen auch positive Konsequenzen haben kann. Das endoplasmatische Retikulum (ER) reagiert auf stressreiche Situationen äusserst empfindlich und kann Entzündungen im Darmbereich fördern. Dass nun gerade dieses ER in solchen Situationen ebenfalls eine Hemmung der Entzündung bewirken kann, war bis vor Kurzem noch unbekannt. 

 

Das Team fand durch seine Arbeit am Mausmodell heraus: Sobald die Zellen der Darmschleimhaut unter Stress stehen, beziehen sie Plasmazellen aus der Bauchhöhle. Diese produzieren den Antikörper Immunoglobulin A und agieren dabei als Verstärkung für die Darmschleimhaut, indem sie deren Schutzbarriere gegen eventuelle Entzündungsauslöser unterstützen. Sobald die Zufuhr der Antikörper gestoppt wurde, kam es zu einer Darmentzündung. Dies könnte ein Anzeichen dafür sein, dass es sich bei diesen Abwehrzellen um einen fundamentalen Schutzmechanismus des Darms handle, interpretiert ein Mitglied der Forschergruppe.

 

Mit dieser Beobachtung hofft man, einen neuen Behandlungsansatz gegen chronische Darmentzündungen gefunden zu haben. Um den möglichen Nutzen des sogenannten Zellstresses zu ermitteln, sind in nächster Zeit weitere Studien geplant. 

 

Quellen:

https://bit.ly/2ItsCQL

https://bit.ly/2XksKpb

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